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Baumhaus  Der Bau(m)platz
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Baumhaus  
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Baumhaus  
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Baumhaus  
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Baumhaus  
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Baumhaus  Schattenspiel des Blattwerks auf der Glasfaser-Hülle
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Baumhaus  Die Bau(m)herrn stürmen ihr Baumhaus
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Baumhaus  
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Baumhaus  
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Baumhaus  

Baumhaus
CyberBaroque

  • Bauherrschaft: Kinder
  • Ort: Dornbirn
  • Fertigstellung: 2007
  • Team: Ursula Ender, Valentine Troi, Institut für experimentelle Architektur.HOCHBAU
  • Fotografie: Ursula Ender

Im Sommer 2007 realisieren 14 zweit-semestrigen StudentInnen mit Unterstützung des Instituts im Zuge von Entwerfen 1 ein Baumhaus. Die Bau(m)herr-innen sind Kinder zwischen 5 und 10 Jahren.

Nach der Gestaltung eines individuellen Vorentwurfes erarbeiteten die ArchitekturstudentInnen gemeinsam die Entwurfsplanung und sind bis zur schlussendlichen 1:1 - Umsetzung für das Gesamtprojekt verantwortlich. Somit ist es für alle Studierenden möglich, experimentelle Architektur nicht nur zu denken und zu planen, sondern diese auch mit sämtlichen konstruktiven Ansätzen, Firmenbesprechungen und montagetechnischen Überlegungen zu realisieren.

Thematischer Ausgangspunkt für den Entwurf stellt das Semesterüberthema CyberBaroque dar. Über eine poetisch ornamentierte, digitale Angehens weise – in Anlehnung an barocke Ausdrucksformen und Inhalte – werden erste Entwurfskonzepte entwickelt. Das Baumhaus als Repräsentant einer Verschmelzung aus körperlich-funktionaler Verfestigung und raumauflösender-illusionistischer Festlichkeit. Gezielter Einsatz von Licht und Schatten soll den Umraum – lebendiges Blattwerk des dichten Birnenbaumes – mit dem texturierten Innenraum, welcher seine vertikale Raumgrenze in eine scheinbare Unendlichkeit auflöst, verbinden.

Die tragende Struktur, welche die ergonomische Innenhüllform umfasst, wird durch eine Gitterschalenstruktur  [als Stecksystem-Bausatz] erzeugt. Ein orthogonales Raster, gliedert das Gefüge in Längs- und Querspanten. Statische und formale Aspekte gestalten die Einzelelemente. So löst sich die Struktur nach oben auf und weist Verstärkungen im Bodenbereich auf. Präzise gesetzte Ausschnitte erleichtern den Aufstieg in das Baumhaus und ermöglichen.

Eine zweifach gekrümmte Birkensperrholzfläche aus kreuzverleimten Bahnen bildet die Bodenfläche der Struktur, welche sich fragmentartig nach oben hin auflöst. Pixelartig streuen sich plastisch verformbare Sitzbälle in unterschiedlichsten Größen über die Oberfläche. Durch die materielle Plastizität der bunten Sitzbälle wirkt der Innenraum differenzierter und kindergerecht.

Ein transluzentes Hüllkleid aus Glasfaser verstärktem Kunststoff schiebt sich partiell über den Kopf der Struktur. Nach Außen bildet sich durch dieses Raumkleid dezent die Tragstruktur ab – im Innenraum ist das bewegte Schattenspiel der Blätter wahrnehmbar. Zum Baumstamm hin treten die Holzspanten der Gitterschale aus der opaken Hülle heraus. Ein Wechselspiel aus Verdichtung und Durchsichtigkeit, aus Objekt und Struktur.

Atelier Ender | Architektur