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fadin'to whiteout

  • Bauherrschaft: Swarovski Kristallwelten
  • Ort: Wattens
  • Fertigstellung: 2005
  • Team: Ursula Ender, Albert Elmenreich, Institut für experimentelle Architektur.HOCHBAU
  • Fotografie: Fotowerk Aichner

fadin'to whiteout
Zum zehnten Gründungsjubiläum im Jahr 2005 erhielten die Wunderkammern der Swarovski Kristallwelten einen besonderen Annex: In einem weißen Monolithen vor dem Riesen wird ein polares Phänomen inszeniert, welches im Englischen als »whiteout« bezeichnet wird.

Eine Idee von Weiß
Weiß verkörpert Alles und Nichts, beinhaltet Gegensätze wie Eingrenzung und Entgrenzung, Gestaltbildung und Gestaltauflösung, Gegenständlichkeit und Abstraktion. Das Potential der Deutungsmöglichkeiten soll eingesetzt und gleichzeitig thematisiert werden. Die Konfrontation eines Übermaßes an Weiß soll zu einer bewussten Positionierung seiner Selbst führen – hin zu einer freien Selbstwahrnehmung. Der Protagonist, welcher mit all seinen Sinnen in die Grenzbereiche der psychischen und physischen Wahrnehmung geführt werden soll, rückt in den Mittelpunkt. Einzig der Selbsterfahrung und Selbstreflexion soll die Installation dienen.

[…] Abstraktion bietet die Möglichkeit zur neuen Lesbarkeit  - öffnet den Raum für Visionen und Interpretation. Rajchman, John. Constructions. The MIT Press. 1Abstractions.

fadin'to whiteout stellt eine räumliche Lichtinstallation dar, die durch absolute Reduktion der Form, durch gezielten Einsatz von weißem Licht und dem akustischen Phänomen des weißen Rauschens und der dadurch herbei geführten Auflösung jeglicher Wahrnehmungsgrenzen zur puren Selbstwahrnehmung führt. Weiß wird als audio-visuelles Medium eingesetzt und charakterisiert Alles und Nichts. Diese ambivalente Abstraktion bietet die Möglichkeit zur neuen Lesbarkeit. Sie öffnet den Raum für Visionen und Interpretationen. Die Inszenierung stellt eine experimentelle Wahrnehmungserscheinung des arktischen whiteout-Phänomens dar.

Der Raum wird zur Leinwand der menschlichen Phantasie.

whiteout bezeichnet ein arktisches Naturphänomen, welches bei dünner Bewölkungsdecke und Neuschneelage zu beobachten ist. Die starke diffuse Sonnenlichtreflexion zwischen den Schichten hat den Verlust jeglicher Konturen und Schattenerscheinungen zu Folge. Räumliche Wahrnehmungsgrenzen verwischen zur Unkenntlichkeit, was zur völligen Orientierungslosigkeit führen kann.

to whiteout Der Innenraum ist als Raum nicht wahrnehmbar, da durch gezielte homogene Hinterleuchtung der Oberflächen die körperhaften Grenzen verschwimmen. Die Vereinheitlichung zur schattenlosen, diffusen Leuchterscheinung dominiert den Raumeindruck. Die imaginierte Kälte des Eises, wird gemildert durch das ihm innewohnende Klangspektrum: Weißes Rauschen, gemischt aus gleichförmigen endlosen Tonsignalen, diffus durchsetzt von Informationen, fügt eine sinnliche Ebene ein. Der Verlust der audio-visuellen Wahrnehmung durch Überreizung mit weißem Licht und weißem Rauschen führt zu einer Sensibilisierung der Selbstwahrnehmung. Die Reduktion auf Nichts kann in Folge zur Darstellung von Allem führen. Die Rolle des Betrachters ist nicht passiv, denn durch die aktive Aneignung des whiteout-Phänomens, wird er zum bewussten Beobachter. Die Anwesenheit von Allem führt zur absoluten Absorption. Somit wird der Raum zur Leinwand der menschlichen Phantasie. In diesem Fall ist […]Abwesenheit die nachdrücklichste Form der Präsenz. Paul Virilio

Atelier Ender | Architektur